Nein mein Herr, ich bin nicht reich

Es ist ein seltsames Gefühl, so gar nicht in die Zielgruppe des Mediums zu gehören, das man konsumiert. Wenn man zum Beispiel als Mann durch ein Frauenmagazin blättert und  überwältigt wird von einem Meer aus Werbung für Kosmetik, Schuhe, Taschen und ähnlich unnötigem Käse.  Man fühlt sich fremd. Man nichts zu suchen in diesem Magazin.

Ähnlich geht es mir mit dem Magazin der Süddeutschen Zeitung. Das SZ-Magazin ist toll, sehr interessant informativ und unterhaltsam. Aber die Anzeigen im Magazin machen zum Großteil Werbung für Luxusartikel wie teure Uhren,  Urlaube per Kreuzschiff, Induktionsherde von Siemens oder  Immobilien in attraktiver Lage für n' Milliönchen oder zwei. Die Zielgruppe sind also Menschen, die viel Geld haben, nicht ich, und so komme ich mir bei Lesen immer ein wenig schäbig vor. ( oder denke "Gott, was für ein elitäres Pack!")

Ei-TischleuchteDie ganze Edel-Nobel-Designer-Schiene hat aber auch etwas lustiges. Besonders die Werbung für Designer-Möbel. Das sind meist schlichte Möbel, oft mit praktischen Umbau-Möglichkeiten ein bisschen wie IKEA nur absurd  teuer. Wer kann zum Beispiel diesem Angebot widerstehen: "Sie erhalten ein originales Ei (Uovo Tischleuchte - Art - 2646/0) als Geschenk für Ihren Einkauf ab 1000 Euro aus der FontanaArteKollektion" - toll, ein Ei als Tischleuchte.

Oder dieses Super-Schnäppchen: Zwei Eimer mit Korkdeckel für 109 Euro! Der Eimer ist Aufbewahrungsort und Sitzgelegenheit zugleich!!! Na ob das ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis ist?

Design-Universal-QuaderMein persönlicher Design-Vorschlag für ein SZ-Magazin-Designer-Möbelstück: Dieser formschöne Universal-Quader aus grünem Hartplastik bietet Stauraum UND eine Sitzgelegenheit! Er lässt sich außerdem auf sechs verschiedene Seiten wenden.

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Rezepte

Auch die Kochrezepte sind anspruchsvoll, vom Profikoch erdacht und beim Lesen der Zutaten frage ich mich oft  "Kommt das aus Asien?" "Ist das jetzt ein Tier oder ein Gemüse?".

Dabei fällt auf: Es lassen sich auch einfache Rezepte durch eine geschickte Wortwahl veredeln. Zum Beispiel: Anstatt "Spiegelei mit Toast und Speck" könnte man auch "In Butter gebratenes Milchhennen-Ei "Spiegel" über geröstetem Butter-Toast an Bacon vom dänischen Deich-Schwein" sagen.

Wie dem auch immer sei, ich präsentiere hiermit meinen persönlichen Rezept-Vorschlag für das SZ-Magazin:

Otternasenpaté an Zaunkönigleber bei gedünsteten Okapi-Filet-Medallions. Dazu ein Salat aus  dem getrockneten Samenmantel der Muskatnuss in einer Lösung aus kandiertem Zitronat neben Baharat bei  Safran-Auberginen im Atlantksalzmantel, geschwenkt in Babaganush und Garam Masala.

Na ob das schmeckt?

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