Eine Übersetzung von Jeff Atwoods Post "A World of Endless Advertisements"

Dies ist eine Übersetzung eines Artikels von Jeff Atwood auf CodingHorror, das Original ist hier zu finden: A World of Endless Advertisements. Er dient als Grundlage für den meinen Text "Werbung macht das Web kaputt" auf Boa Ist Das Schlecht.

Beim Lesen von von Larry O'Brians neuster Kolumne in den „SD-Times“, musste ich feststellen, dass der Text von der ihn umgebenden Werbung völlig in den Schatten gestellt wird.

Ich wurde neugierig, wie viel Platz auf der Seite denn genau von Werbung eingenommen wird. Das Buch „Homepage Usability: 50 Websites Deconstructed to measure the composition of webpages“ beschreibt eine clevere Art und Weise, dies zu messen.

Die 50 Unternehmens-Webseiten, die in diesem Buch analysiert werden, beinhalten generell nicht viel Werbung. Aber ich war immer noch erstaunt darüber, wie wenig vom „Bildschirm-Grundstück“ echten Inhalten zugewiesen wird.
Wenn man die gleiche Vorgehensweise auf die SD-Times-Seite anwendet, die Bereiche „Navigation“, „Inhalt“ und „Werbung“ unterscheide, kommt heraus, dass ein Drittel der Seite von Werbung eingenommen wird. Das ist mehr Platz als vom eigentlichen Content!

Ich habe mich über Jahre für Mirocpayments im Web stark gemacht, die werden sich aber nie durchsetzen. Von Anzeigen finanzierter Inhalt scheint das einzige funktionierende Geschäftsmodell im Internet zu sein. Clay Shirky sagt das schon seit Jahren. Wenn man einen Webbrowser öffnet, wird einem schmerzlich bewusst, wie Recht er hat. Das Web schwimmt in Werbung.

Diese Geschäftsmodell, das Geld verdient, indem es Inhalte einer breiten Öffentlichkeit zugänglich macht ohne dafür Geld zu verlangen, wird gewöhnlich  'ad-supported content' genannt und ist ein nicht gerade beliebtes Modell im Internet. Ich glaube aber nicht nur, dass  'ad-supported content' im Internet funktioniert kann, es kann gar nicht nicht funktionieren. Sein Erfolg wird durch das Wesen des Internets garantiert – das Web funktioniert einfach zu gut darin, Interessengruppen zu vereinen, nicht-bezahlte Inhalte zu verbreiten und es ist einfach zu schlecht darin, Inhalte hinter verschlossenen, kostenpflichtigen Diensten zu verstecken.  'Ad-supportet-content' muss funktionieren. Wie das Fernsehen, ist der Web besser als alles andere in der Lage, die Aufmerksamkeit der Menschen zu binden.

Ad-supported-content ist ein Haus, das von AdWords gebaut wurde. Es ist schwer, ein System zu kritisieren, das funktioniert, ein System, das Webseiten-Betreibern zumindest die Möglichkeit bietet ihre Kosten wieder zu erwirtschaften.

Wir haben und am Wochenende den Film „Idiocracy“ angesehen. Er ist ein brillantes Stück Gesellschafts-Satire von Mike Judge, die, unter anderem, von Werbung finanzierte Inhalte zum logischen Extrempunkt überspitzt. Die Menschen tragen Kleidung, die von Kopf bis Fuß mit Firmenlogos überzogen ist. Tapeten und Lampenschirme sind gemustert mit Firmenlogos. Jeder vorstellbare Quadratzentimeter ist mit Werbung bedeckt.

Das Fernsehprogramm in „Idicracy“ hat leider eine unschöne Änhlichkeit mit dem Lesen des SD-Time Artikels. Fairerweise muss man sagen, dass Larrys Inhalte ein wenig niveauvoller sind als „Ow, my Balls!“. Trotzdem ist es ein winziges Fenster mit Content umgeben von Dutzenden von blinkenden und animierten Anzeigen. Es ist eine verstörende Vision der Zukunft. Es soll zwar nur lustig sein, aber es kommt unangenehm nahe an die Gestaltung von heutigen, durch Werbung finanzierten Webseiten. Erschaffen wir eine Welt der endlosen Werbung?

 

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