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Wer ist dieser Mann

Wer ist dieser Mann? Ein Auftragskiller? Chef-Schläger der Hells Angels? Glatzen-Günther, verurteilt zu 15 Jahren wegen Erwürgens?

 

 

Nein! Es ist ein deutscher Vater, der dank neuartiger Methoden 12 kg abgenommen hat:

Merkwürdige Werbe-Anzeige für ein Schlankheitspillen

Wovon wohl Ärzte weltweit (!) schockiert sind? Von der Dämlichkeit dieser Anzeige? Davon, dass Glatzen-Günther aus der JVA ausgebrochen ist und in einer Garage mit freiem Oberkörper posiert?

Besonders toll ist das Zusammenspiel von Bild und Text: Auf der einen Seite Glatzen-Günther aus der JVA, auf der anderen Seite der deutsche Vater, der 12 kg abgenommen hat.

Den klassischen deutschen Vater würde man sich eher in Birkenstock und Socken im Polluder vorstellen, die Zeitung holend, den Rasen mähend, die Steuererklärung erledigend, Fußball schauend, sich über Bela Rethy aufregend.

Die Familie in der Werbung sieht dagegen gern so aus:

So stellen sich Werbefachleute eine Familie vor

Während diese schönen, jungen und ausgeruhten Menschen im Urlaub falsche Vorstellungen bei der kinderlosen Bevölkerung verfestigen, ist unsere Anzeige mit Glatzen-Günther als deutschem Vater erfrischend anders. Dass er aus dem Knast ausgebrochen ist, bedeutet ja nicht zwangläufig, dass er nicht irgendwo Kinder hat. Das klingt zwar unschön, ist aber realistischer als diese mit Kindern badenden Models.

Aber zurück zum Thema: Unsere erfrischend andere Anzeige bewirbt Schlankheitsmittel, unter Anderem  „Acai Berry Max“.
Ein bisschen Recherche auf Wikipedia zeigt, was zu erwarten war:  Nach dem Kauf der Pillen verliert mit großer Sicherheit nur der Geldbeutel des Käufers an Gewicht:

Seit 2005 wird die Frucht in den USA und Europa, im deutschsprachigen Raum unter der Bezeichnung Acai-Beere, vorwiegend als Schlankheitsmittel vermarktet.[2] Der Gehalt an Antioxidantien ist zwar hoch, aber nicht höher als in etlichen anderen Früchten.[2] Die versprochenen Wirkungen, von Gewichtsabnahme bis zur sexuellen Stimulation, sind nicht wissenschaftlich bewiesen.

Statt Acai-Beeren für € 39,99 – nimmt man gleich sechs Dosen kosten sie nur noch € 19,98 pro Stück - könnte man also auch einen Apfel kaufen.

Klickt man auf die Anzeige mit Glatzen-Günther, gelangt man auf eine merkwürdige Seite: http://www.gesundheitsnachrichten.co/de . Das ist eine Werbeseite für Schlankheitsmittel die so tut als wäre sie eine Nachrichtenseite, es gibt sogar eine Wetterkarte (Warum??).

Dazu natürlich die unwiderlegbare wissenschaftliche Darlegung: so funktioniert das Mittel:

So wirkt der Bacca Purpurextrakt

Die roten Pfeile repräsentieren wohl den „Bacca“ Purpur Extrakt. Man sieht auf diesem Bild ganz deutlich, wie dar Extrakt die hartnäckigen Fettzellen, ööh, nach oben schiebt? Überlagert? Himmel, wer lässt sich den heutzutage noch von so etwas verarschen?

Es kommt noch toller! Es gibt eine Kommentarfunktion mit so realistischen Kommentaren wie:

Meine Freunde und ich haben alle darauf gewartet, dass man endlich etwas von dieser Diät hört. Mindestens 5 von uns haben die Diät mgemacht und alle haben eine Menge Gewicht verloren. Dieses Zeug ist unglaublich und hat unser Leben verändert. Wir wünschen allen viel Glück!

Gut geschrieben, inklusive Rechtschreibefehlern!

Erstaunlich ist auch, dass viele User meinen, man könne die Produkte über die Kommentarfunktion der Seite bestellen:

Honor Hughes möchte "Acai Berry Max" und "DetoxMax" bestellen

auch Hermann Gogel möchte "Acai Berry Max" und "DetoxMax" bestellen

auch Veronika Haag möchte "Acai Berry Max" und "DetoxMax" bestellen

Hahahahaha, wer doof genug ist, solche Pillen zu ordern, ist so doof, dass er meint sie über die Kommentarfunktion einer Nachrichtenseite bestellen zu können. Hinterlegung des Vor- und Nachnamens genügt!

Im Ernst: Das soll wahrscheinlich eine reißende Nachfrage suggerieren, den Leser zum Kauf animieren, schon schlau, diese Online Marketing Manager!

Die Stelle zum Bestellen ist dabei gar nicht so schwer zu finden:

Auch gut ist auch der Text unten:

„Sonderangebote gültig bis: Donnerstag, 05. September 2013“.

Das blinkt schön Rot und da steht immer das morgige Datum, dazu die klassischen vorher / nachher Bilder: Dass es so etwas zu Zeiten von Twitter und Web 2.0 noch gibt! Wirklich ganz ganz tolles, trashiges Marketing.

1 Kommentare:

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